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Lyrik

Ich (ich ich ich, Echo!) wollte nicht mehr schweigen, aber wieder halte ich mir meinen Mund zu.

„Einfach kurz Fresse halten“ ist nicht nur eine Bitte, meine Hand ist vor dem Mund.

Alles passiert!

Ich höre, ich höre. Meine Ohren sind überall. Ich schweige.

Nein.

Ich schweige nicht richtig, nicht wirklich, ich verschweige dir nur die Wahrheit. Das heißt nicht, dass ich lüge. Nichts heißt das. Was heißt heutzutage überhaupt irgendwas. Vielleicht ist das alles besser so.

Alte Lovesongs sind verjährt und wir singen sie aus Prinzip

und

wegen ihrer verblassten Schönheit

und

weil wir ihnen immer wieder eine neue Bedeutung geben können und werden.

Ja, werden wir!

Nicht wahr?

Liebe stirbt nicht aus. Liebe und Hoffnung sind hoffentlich am Ende das, was übrig bleibt.

Nicht wahr?

und

alles bleibt schöner in Erinnerung als es tatsächlich war, wenn wir es nur in die richtige Form verpacken.

Krieg, Tod und Zerstörung. Wir müssen uns nur richtig erinnern.

Nicht wahr?

Yeah.

und

Geil.

Nicht wahr?

Andererseits…

andererseits bin ich heute halb Mensch halb Natur.

Der Orkan tobt immer noch, aber er hat meine Seele übrig gelassen. Wo kommt die denn überhaupt her? Hallo?

Andererseits…

andererseits wird nichts von uns übrig bleiben außer Müll und Verwesung.

Das Nichts vielleicht noch, aber damit haben wir nichts zu tun.

Womit haben wir noch zu tun außer mit uns selbst?

Ach, Selbstdarstellung. Stimmt.

Andererseits…

andererseits war da der Wald.

Der Wald hat gesprochen. Laut war er und verwirrend. Aber das liegt nur daran, dass er viel älter ist als wir.

ach

Der Wald und ich (ich verblasse innerlich), wir haben unsere ganz eigene Chemie.

Eine Abkürzung gibt es dafür nicht. Ist halt so, folge mir unauffällig.

Ich schlage blaue Flecken in die Tasten, denn meine Finger schon richten Schaden an, was soll dann bei meinen Worten herauskommen.

Ich (ich, ich, ich berühre dich) kann nicht anders. Was soll ich anderes machen?

Das war eine rhetorische Frage.

Ich (ich, ich, ich fühle dich) kann derzeit keine Antworten akzeptieren.

Hören schon gar nicht.

Ich (unendlich ich, vermeintlich) habe genug gehört.

Weißt du…

Das Passwort ist ganz einfach, aber es scheint nicht so, als würde jemand diese einfache Frage ehrlich beantworten können.

 

(c) Xenia Kitaeva, August 2014

Sieh es dir an, der Raum ist leer, aber Lückenfüller sein macht ihm gar nichts aus.

Gemeinsam verstopfen unsere Gedanken den Raum. Einsam unter tausend Menschen, doch wenigstens sind wir damit nicht allein.

Es war eine gute Zeit, weißt du noch? Als es noch kalt war draußen? Jetzt kennen wir uns ein schon bisschen, geredet haben wir, und messen unsere Kräfte.

Hätte hätte Ereigniskette, warten auf die Synchronizität.

Ich sitze inmitten eines spanischen Bermudadreiecks und es schnattert, es knattert, so laut kann ich gar nicht zurücktönen.

Nägel Augenbrauen Körper

Alles Baustelle, pro Tag ein neuer Riss.

Aber mal was anderes:

a) ich heule nicht

b) da heißt einer „Del Broccolo“ mit Nachnamen.

Mo

nu

men

tal.

Und mental mono.

Je weiter die Augen aufgerissen sind,

desto besser erkennen wir Gleichgesinnte.

Wenn ich dir in die Augen sehe, dann saugen meine tiefschwarzen Pupillen dich auf. Wenn du mir in meine „Augen“ siehst, dann ist es auch egal, wie tief meine Augenringe sind.

Warum, frage ich dich, verbringen wir soviel Zeit in einer künstlich erzeugten Blase der Glücklichkeit wenn wir auch in den Bergen leben könnten.

Warte mal, könnten wir das?

Und als mir dann klar wird, wie viel Geld ich soeben für genussvolle Selbstzerstörung ausgegeben habe, hole ich einmal tief Luft und stürze mich ins Vergnügen.

BWUM BWUM BWUM

Warum sehe ich blinkende Lichter wo keine sind.

BWUM BWUM BWUM

Bitte gib mir einen schwarzen Tee so bitter wie das Leben,

damit der Hals seinen Brand vergisst.

BWUM BWUM BWUM

Ich laufe jetzt in den Wald und warte auf den Untergang

Aber vorher bringe ich noch den Hund nach Hause.

(c) Xenia Kitaeva, Februar 2014

Dichter Wald,

vereinzelt durchbrechen Sonnenstrahlen

dein eng gewobenes Netz.

Hoch über den Baumwipfeln

sitzen die Herren der Lüfte

und beachten jeden Eindringling

mit der Aufmerksamkeit

die er verdient.

Wolken ziehen sprachlos,

still

über allem vorbei.

Und kalter Wind

verschließt

das Konstrukt.

(c) Xenia Kitaeva, November 2013

Blutig gesprenkelter Quark klebt an meinen Händen.

Was

verschulde ich

außer

dem Wunsch

besonderes Gesindel zu sein?

Seele seufzt,

zieht sich zusammen,

rollt sich ein,

beim Klang deiner Stimme.

Gesicht

zerbricht.

Vergrößert

pulsierende Magengeschwüre voll Hass,

tief in mir.

Das Rad dreht sich,

ich lege mich drunter.

Ruhiger Umbruch,

Bruch in der Materie.

Das Rad dreht sich,

ich drehe durch.

(c) Xenia Kitaeva, November 2013

In meinem goldenen Käfig zieht es,

Boden und Herz bebt.

Die Sonne geht auch heute auf.

Das alte Spiel.

Die Kurzlebigkeit aller Dinge lässt sich mit den ersten Strahlen Morgenrot in meinem Kopf nieder und während ich versuche zu atmen

und während meine Augen tränen,

schlage ich doch nur mit dem Kopf gegen die Gitterstäbe.

Einatmen, ausatmen.

Ruhe bewahren.

Das alte Spiel.

Rücken gerade, Zielstrebigkeit mobilisieren.

Rotes Licht umschmeichelt meine Konturen

und Unsicherheit ob meiner Fähigkeit, jemals ins Tageslicht zu gehen, beschleicht mich.

Das alte Spiel.

Raus aus der Grotte,

rein in die Oktobersonne.

„Der neue Tag ist angebrochen…“

– „Komm, wir rauchen!“

Ein Zug

und

meine belegte Stimme dröhnt durch die Morgenluft, zerschneidet die Motivation.

Einatmen, ausatmen.

Das alte Spiel.

Keine Gewinner, keine Verlierer.

Das alte Spiel

beginnt.

(c) Xenia Kitaeva, Oktober 2013

Kugelschreiber vs. kugelsichere Weste!

Die Mine gewinnt.

Kugelrund bist du,

nicht gesund.

Ich schaue auf meine Hände,

aber sie beherrschen die Zeichensprache nicht.

Wir verstehen uns trotzdem die meiste Zeit.

Es geht bergab und es riecht nach Papaya,

bergauf kommt nur die Sintflut.

Hui.

Alle Mann vor Ort

und Stelle,

Hunde und Giraffen zuerst.

Anschnallen ist die oberste Pflicht eines jeden Bürgers.

Abschnallen passiert nur nach Absprache

und

wenn das Wasser uns bis zu den Knien steht.

Bei Schnee sieht das ganze schon anders aus.

Und das soll jetzt inspirierend sein?

08/15 ist auch nur eine Zahl von vielen,

total talentiert tiefer tauchen

kommt gerade rein.

Vielleicht ertrinke ich auch und komme morgen wieder.

„Your peppermint pattern is swallowing my strawberries.“

– Was soll ich damit denn anfangen?

Die Farbe zieht aus meinem Gesicht in den Süden

um mit den Gänsen zu leben.

Erdbeeren sind soooo Sommer 2013!

(c) Xenia Kitaeva, Oktober 2013

Generation Schlaflos.

Generation Sinnlos,

mein Freund.

*

Farblosigkeit beschleicht uns,

Sonnenstrahlen sind

im Wasser gefroren, alle Wolken

bleiben

grau.

*

Orangenschalen sind der Leere gewichen

ebenso

das Rot unserer Wangen.

*

Alles grau, alles

grau.

Keine Reflektion, keine Funktion.

*

Herbst

hat sich in unsere Seelen geschlichen,

Laub.

*

Und Blättern gleich hauchen wir unsere Seelen dem Boden entgegen.

Von Bäumen haben wir das gelernt.

Ohne Atempause kein Halt.

*

Nicht

dass wir welchen wollten.

Herbstlaub

und Asche

zu Asche

zu Staub.

*

Seitdem wir gestern in die Dornen gefallen sind,

sind meine Wunden wieder aufgerissen.

*

Zerrissen,

schon lange,

ist dein inneres Licht.

Wie soll man uns flicken?

Was weiss denn ich.

*

Wir haben keine Ahnung, woher wir kommen

Woher

sollen wir wissen, wohin wir gehen wollen?

*

Wir empfinden Liebeskummer,

Lebenskummer.

Herbstdepression

erschaffen,

damit wir darin Inspiration finden.

*

Und während wir warten, warten, warten.

Verlieren wir.

*

Wir wollen gar nicht glücklich sein.

(c) Xenia Kitaeva, Winter/Frühling 2013

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