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Persönliches

Das Fiepen in meinem Ohr bleibt und bleibt. Die ganze Zeit höre ich ein hohes C. Ein sehr hohes C. Ist es Stress oder ist es deprimierte Verzweiflung, weil die ganze Welt zu Grunde geht und ich nichts machen kann? Ich habe das Gefühl, es ist letzteres.

Meine Machtlosigkeit macht mich so fertig. Und diese Ungerechtigkeit erst. Ich spende ein Handtuch, was aber benötigt wären, sind Meere aus flauschig-weichen Handtüchern, die einen Haufen Leute auffangen. Handtücher für die tausenden Geflüchteten, die Angst, Hunger und… Angst leiden – was weiß ich schon, was sie fühlen, das Ausmaß von Trauma hat mit meinem lange nichts gemein.

Hier sitze ich, warm und weich, hab’s „geschafft“ und bin auch noch so richtig weiß. Und mittlerweile, besonders im Vergleich, auch noch ganz schön privilegiert. Ich bin Staatsbürgerin eines vermeintlich sicheren Landes und solange ich nicht plötzlich meine Hautfarbe ändere oder einen Vollbart bekomme, sollte niemandem auffallen, dass ich keine Kartoffel bin. Naja, wir Russ*innen sind ja eh auch irgendwie Kartoffeln. Höherprozentig, sicherlich, aber am End‘, am End‘, sind wir alle Kartoffeln.

Wir alle sind Kanonenfutter für mächtigere Gestalten, die sich immer noch in ein menschliches Fleischkleid hüllen, aber oft genug nichts Menschliches mehr an sich haben. Unser einziger Unterschied ist, dass manche das Glück haben, noch nicht als Geschoss gebraucht zu werden; aber die meisten von uns sind noch glücklicher. Sie glauben, dass das, was sie tun, von Bedeutung ist; oder gar, dass sie all ihre nutzlosen Dinge mit Freude und freiwillig machen. Auf! Krank zur Arbeit, alles für den Kapitalismus.

Ich bin so deprimiert. Auch wenn ich immer angeeckt habe, weil meine Spitzen nicht in vorgegebene Formen passen – lange dachte ich, ich tue, was alle tun. Kinder kriegen und zu besseren Menschen erziehen, Haus kaufen, die Welt erkunden… wie soll ich in so eine Welt Kinder setzen, wenn der Platz immer kleiner und grausamer umkämpft wird, wenn Tiere und Vegetation sterben, wegen uns, wegen dem, was wir der Natur angetan haben?

Ich trete wütend im strömenden Regen in meine Pedalen, bin müde, muss noch einen Berg hoch. An mit fährt ein SUV vorbei – wie könnte es anders sein – durch eine Pfütze, ich bin von oben bis unten nass. Die Person im Auto hat keinen Respekt vor mir, sieht mich nicht einmal, so wie sie auch keine anderen Individuen auf diesem Planeten sieht. Es sei denn, man ist irgendwie durch die Lenden verwandt oder verschwägert. Das hat ja Tradition.

Meine first world problems bedeuten nichts in der globalen Krise, aber vier Mal sollte meine Nase nicht in zwei Tagen bluten, nur weil ich mich plötzlich in einer stark befahrenen Kesselstadt befinde.

Ich bin es Leid. Ich schwanke zwischen absurder Albernheit und einer alles erdrückenden Schwere. Ersteres, wenn morgens die Sonne noch scheint und ich noch nicht ganz wach bin; letzteres den Rest des Tages, bis ich ruhelos einschlafe.

Rinse, repeat.

Und jeden Tag gibt es etwas neues. Jeden verfickten Tag. Meine Freund*innen schon haben zu 50% das Nachrichtenverfolgen aufgegeben, weil sie es nicht mehr ertragen. Ich verstehe es, das habe ich auch versucht, aber ich kann nicht. Ich kann die Augen nicht vor dem verschließen, was in der Welt passiert. Und diese Welt ist nicht nur Deutschland, diese Welt ist alles um uns herum. Diese Welt ist alles, was wir haben.

Aus dem Land der unregelmäßgen Updates: Ich hab wieder Twitter. Deswegen (ach, who am I kidding, ich bin einfach so eine Person.) poste ich hier nicht so oft… ähähä, genau.

Anyhow! https://twitter.com/kitarsis    <———————— ME ME ME {mi mi mi}

Liebst

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ps. Bald bin ich nur noch mit (((Hausarbeiten))) schreiben beschäftigt und dann gibt es hoffentlich mehr als 140 Zeichen hier, weil ich das Haus nicht verlassen sollte um ein Leben zu haben! Was werde ich also tun? Genau! Prokrastinieren @home, @internet<3 !!11!!!

pps. fyi. Mittwoch, 13.07.16, nächste Lesebühne mit mir. In Marburg (Hessen (Deutschland (Europa))).

Photo on 09-07-16 at 23.52 #2

ppps. Ich hab auch andere Kanäle für Musik und sowas, just… talk to me.

 

Ich erfülle nach wie vor meine eigenen Prophezeiungen, also arbeite ich fleißig weiter am goldenen Schweigen. Recht haben und richtig liegen ist nämlich gar nicht so geil, wie man sich das vorstellen mag.

Immerhin: Bald ist Weihnachten und bald bin ich wenigstens für kurze Zeit weg von diesem grauen Turm der Lügen und Falschheit. Nicht mal Cillit Bang(R) konnte mir dieses Mal helfen. Diese Male. Ugh. Meine Laune ist im Keller, wo sie scheinbar auch hingehört und bald habe ich keine Zähne mehr, die ich zusammenbeißen kann. Who the fuck cares? Ich ja nicht so, sorry.

Na dann.

Weiterschweigen. Cartoons gucken. Augen, Türen, Herz verschließen. Yeah.

Yeah. Yeah. Yeah.

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